12. Dezember 2017 AG Queer / Gisela vom Dorp

Dänemark macht’s vor!

Transsexuelle Menschen gelten vor dem Gesetz nicht mehr als psychisch krank!

Bereits im Jahr 1989 hat Dänemark als erstes Land der Welt eingetragene Partnerschaften für Schwule und Lesben eingeführt und auch im Jahr 2014 waren die Dänen eines der ersten Länder, das den Gutachter-Zwang für transsexuelle Menschen abschaffte. In Deutschland beispielsweise müssen diese Menschen zwei Gutachter von ihrer Geschlechtszugehörigkeit überzeugen. Die Methoden dabei sind teilweise mehr als Menschen verachtend.
In diesem Jahr zeigen die Dänen uns einmal mehr, wie es geht! Zum 01.Januar 2017 strich die dänische Gesundheitsbehörde Transsexualität von der Liste der psychischen Erkrankungen. Auch diesmal ist Dänemark das erste Land weltweit, das diesen Schritt macht. Auch bei uns ist dieser Schritt längst überfällig. Der Angst vieler transsexueller Menschen, dass dann die Behandlungen nicht mehr übernommen werden, begegnet Dänemark mit der Zuordnung in eine andere Kategorie so dass die medizinische Versorgung weiterhin gewährleistet bleibt.

Auch ohne diese gesetzlichen Hürden haben transsexuelle Menschen nach dem Outing einen schweren Weg vor sich: von Vielen werden ihnen immer noch Steine in den Weg gelegt. Sie haben Probleme im Job und bei der Wohnungssuche, sind Anfeindungen bis hin zu körperlicher Gewalt ausgesetzt und finden oft noch nicht mal in der eigenen Familie und/oder im eigenen Freundeskreis Unterstützung. Zusätzlich zu diesen hohen Belastungen müssen sich transsexuelle Menschen in Deutschland zwei Gutachtern vorstellen, die darüber entscheiden, ob sie mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen geboren wurden. Dazu kommt der sogenannte Alltagstest: sie müssen 1 Jahr lang ohne medizinische Behandlung, das heißt in erster Linie ohne Hormone, die das Erscheinungsbild ändern, als Frau bzw. Mann leben. Hinzu kommen lange Wartezeiten, bis der nächste Schritt unternommen werden kann.

Nicht, dass mich jemand falsch versteht: ich bin durchaus dafür, dass transsexuelle Menschen eine „Bedenkzeit“ einhalten (auch mit therapeutischer Unterstützung) um sich wirklich sicher zu sein, dass sie diesen Schritt gehen wollen. Allerdings haben die Meisten sich dies schon vorher genau überlegt und auch über die Konsequenzen nachgedacht. Ich finde es absolut Menschen verachtend, dass diese Menschen sich erst als psychisch krank einordnen lassen müssen um die für sie so nötigen Behandlungen zu erhalten.
Es muss sich endlich auch in Deutschland etwas ändern!!!