25. Januar 2018 OV Neuss

Rennbahn zukünftig ohne Rennverein

Aus aktuellem Anlass dokumentieren wir an dieser Stelle noch einmal die Aussagen, die wir bereits im Sommer 2017 veröffentlicht haben. Inhaltlich hat sich in diesem Zeitraum nichts verändert, sicherlich auch ein Grund für die Entwicklung, die der Presse zu entnehmen war.

In einem Interview mit dem Radiosender NE-WS 89.4 forderte der Vorsitzende des Reiter- und Rennvereins Jan Antony Vogel weitere Investitionen der Stadt in die Neusser Rennbahn, um den Galoppbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Stadt sei, genau wie der Verein, in der „Bringschuld“. Hierzu erklärt Vincent Cziesla, der sich für die Fraktion DIE LINKE mit dem Thema befasst:
„Die Stadt hat den Reiter- und Rennverein jahrelang unterstützt. Öffentliche Gelder und Anstrengungen hielten den Rennbetrieb am Leben. Dabei interessierten sich den Besucherzahlen zufolge nur die allerwenigstens Neusserinnen und Neusser für das Rennspektakel, welches da unter Einsatz ihrer städtischen Ressourcen abgehalten wurde. Da ist es schon ein starkes Stück, dass Herr Vogel die Stadt in der ,Bringschuld‘ sieht, während die aktuellen Forderungen des Vereins nach billigsten Konditionen für sich selbst und gleichzeitig großen Investitionen in die Rennbahn ans Unverschämte grenzen.
Auch DIE LINKE will in den Rennbahn-Park investieren. Wir möchten, dass der Park in Zukunft eine attraktive Anlage mit hohem Erholungs- und Freizeitwert wird. Ein Ort für interessante Veranstaltungen für Jung und Alt. Die ersten Schritte hierfür sind ja bereits gemacht. Unser Eindruck ist, dass der Park Jahr für Jahr besser angenommen wird. Der Rennverein trägt zu dieser positiven Entwicklung nichts bei; er steht ihr vielmehr im Wege.
Zwar malt der Vereinsvorsitzende in der Öffentlichkeit gerne das Bild einer blühenden Zukunft des Neusser Galopps und spricht von Sonntags-Brunch-Veranstaltungen und besseren Konzepten. Die Wahrheit ist: Der Galoppsport hat in Deutschland seinen Zenit überschritten, nur die wichtigsten und beliebtesten Rennbahnen werden überleben. Der NRRV hat trotz mehrfacher Nachfrage seitens der Politik kein einziges, nachvollziehbares Veranstaltungskonzept vorgelegt. All die schönen in Interviews angepriesenen Publikumsmagneten existieren nicht – oder nur als Luftschlösser.“