18.12.2009

LINKE zwingt Verwaltung zu Maßnahmen in TG-Halle

In der gestrigen Sitzung des Sportausschusses konnte die Fraktion der LINKEN erreichen, dass die Verwaltung im Hinblick auf die unmöglichen Zustände in der Halle der TG Neuss auf der Schorlemerstraße endlich angemessen reagiert.

Nachdem der stellvertretende Vorsitzende der TG Neuss, Friedhelm Sonnenberg, in der aktuellen Vereins-Zeitschrift die Zustände in der Schorlemer-Halle aufs Korn genommen hatte („Das Gesundheitsamt sperrt die Umkleiden der Turnhalle an der Schorlemerstraße, weil Schimmelbefall eine Nutzung von Dusche und Umkleide verbietet…Wöchentlich fragen sich 1.500 Sportler, die ansonsten die Turnhalle nutzen: Wie geht’s mit dem Training und dem Spielbetrieb weiter?“), verschaffte sich der Sachkundige Bürger der LINKEN, Uwe Jansen, einen persönlichen Eindruck der örtlichen Gegebenheiten und beging die Halle gemeinsam mit  TG-Geschäftsführer Klaus Ehren. Dabei zeigten sich untragbare Zustände. 

Dass sich hinter beiden Toren und in den Lüftungsschächten (werden deshalb nicht mehr benutzt) Unmengen von Staub und Dreck angesammelt haben, war hier noch der harmloseste Mangel. „Die Halle soll eigentlich täglich 3 Stunden gereinigt werden. Doch meistens geht bei den Reinigungskräften schon nach einer Viertelstunde das Licht aus“, erklärt Ehren. „Die Bänke werden gar nicht weggezogen, um dahinter sauber zu machen.“ 

Aus dem 53 Jahre alten Hallenboden ragen zudem Nägel hervor, so dass dort eine immense Verletzungsgefahr für die Sportler gegeben ist. „Der Boden wurde zuletzt vor 10 Jahren abgeschliffen. Das war auch ultimativ. Jetzt müsste ein neuer Boden her“, so Ehren. Beim Gang in die Kabine zeigt sich dann das ganze Ausmaß der Katastrophe: Unterhalb der Treppe befindet sich eine Baustelle, die seit 5 (!) Jahren brach liegt. Herum liegen seitdem Baumaterialien wie Holzlatten und Gerüstständer. Zudem breitet sich an Boden und Wänden Feuchtigkeit aus, Kabel hängen frei herum, Farbe und Putz blättern ab. Ehren: „Das ist eine unhaltbare Situation. Hier müssen alle Sportler vorbei.“

Vorbei müssen die auf dem Weg in die Kabinen auch an den Toiletten. „Die Damentoilette war wegen Schimmelbefalls  vom Gesundheitsamt bereits gesperrt“, verrät Ehren. Und Sonneberg ergänzt: „Eines unserer Mitglieder hat den Missstand bei der Behörde angezeigt.“ Gegenmaßnahmen der Stadt: Die kontaminierten Stellen wurde desinfiziert und laienhaft überstrichen. Konsequenz: Die Feuchtigkeit hat sich bereits wieder ihren Weg gebahnt, wann auch der Schimmel wieder kommt, ist so nur eine Frage der Zeit. 

Ähnliche Zustände herrschen in den Duschräumen, wo Silikonfugen und Fenster mit Schimmel belegt sind. „Und das, obwohl hier vor drei Wochen angeblich eine chemische Grundreinigung stattgefunden haben soll“, schüttelt Ehren den Kopf. Dass auch die Glasfront der Halle zum größten Teil undicht ist und somit Energiekosten im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster hinausgepustet werden, kommt noch hinzu.

Ehren: „Für die Reparaturarbeiten hat die Stadt Neuss die Firma Müsse engagiert. Als die mal hier waren, machten sie sich an der Sprossenwand zu schaffen, dabei sollten eigentlich die Ringe an der Decke instand gesetzt werden. Als wir das monierten, zeigte uns der Mitarbeiter verdutzt seinen Auftrag für die Sprossenwand – der war jedoch schon drei Jahre alt. Das zeigt die unhaltbaren Zustände im Gebäudemanagement der Stadt, das für die Unterhaltung der Halle zuständig ist.“

Nachdem für die Sitzung des Sportausschusses hinsichtlich der Problematik bereits zwei Anfragen des Ausschussvorsitzenden Heinz London und dessen Stellvertreter Rolf Knipprath eingegangen waren und eine unzureichende Antwort von Sportamtsleiter Friedhelm Thissen während der Sitzung verteilt wurde, bat Jansen um Öffnung der Diskussion. Hier versuchte der TG-Vorsitzende Mario Meyen (CDU) das Thema unverständlicherweise herunter zu spielen. „Ich will jetzt mal den Dampf vom Kessel nehmen“, bremste Meyen. „Es ist richtig, dass es diesen Schimmelbefall gab, aber im Moment kann man nicht von gesundheitsgefährdenden Zuständen sprechen, nachdem die Stadt die Schäden beseitigt hat.“ 

Doch Jansen ließ umfangreiches wie vielsagendes Fotomaterial herumgehen, mit dem sich jedes Ausschussmitglied einen eigenen Eindruck verschaffen konnte, der den Einlassungen von Meyen in allen Punkten widersprach. So wurde anschließend beantragt, dass sich die Stadt noch vor Einbringung des nächsten Haushaltes einen Überblick über die Schäden macht, um die Sanierungskosten dann noch rechtzeitig in den kommenden Haushalt einzubringen. 

Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Bernhard Pickert-Goldenbogen, der auch an der Sitzung teilgenommen hatte, zeigte sich erfreut: „Durch unsere Intervention kann der TG jetzt endlich zeitnah geholfen werden.“ Das sah auch Sonnenberg so, der sich bei Jansen bedankte. „Das haben Sie gut gemacht, hoffentlich haben die von der Stadt jetzt was kapiert!“

 

Bild 1: Nägel ragen aus dem Hallenboden

Bild 2: So sehen die Lüftungsschächte aus

Bild 3: Kabinengang

Bild 4: Fenster in der Dusche schimmeln

Bild 5: Dusche nach angeblicher chemischer Reinigung

Fotos: Uwe Jansen